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Erfahrungsbericht: SchottlandOrganisation Finanzierung Meine Erfahrungen Tipps
Ich habe vom 28.08.06-03.12.06 ein dreimonatiges Praktikum in der Ewart Library, der Hauptstelle von Library, Information and Archives (LIA), einem öffentlichen Büchereisystem in Schottland absolviert. Die Ewart Library hat ihren Sitz in Dumfries, der Hauptstadt des Bezirks Dumfries und Galloway im Nordwesten Schottlands. LIA besteht aus der Zentrale, 24 Zweigstellen, 4 Bücherbussen und einem Archiv. Vorbereitung und Organisation:
Da ich als Au-pair schon einmal ein Jahr in Dumfries verbracht hatte, hatte ich die Bücherei schon als Leserin kennen gelernt und habe einfach per Mail einmal angefragt, ob sie Praktikanten aus dem Ausland nähmen. Die Antwort lautete "Ja". Da ich seit vielen Jahren die erste Praktikantin aus Deutschland war, musste ich noch einiges an Erklärungsarbeit
zu meinem Studiengang leisten, wurde dann aber mit offenen Armen empfangen.
Was ich tun und vorweisen musste:
Genaue Angaben zur Vorbereitungszeit kann ich leider nicht mehr machen. Da es aber immer einiges an Rückfragen gibt, sollte man sich nicht zu spät darum küm-mern.
Kosten und FinanzierungWie auch in Deutschland werden Praktika in öffentlichen Büchereien auch in Schottland leider nicht bezahlt. Außerdem sind die Lebenshaltungskosten generell etwas höher als hier in Deutschland. Wie die Wohnungspreise dort sind kann, ich leider nicht sagen, da ich privat untergekommen bin. Es gibt Stipendien für Auslandspraktika, wie z.B. das Leonardo-Stipendium. Für die muss man sich aber fast noch früher bewerben, als für den Praktikumsplatz selbst. Meine ErfahrungenMacht euch nicht so viele Gedanken darüber, wie gut oder schlecht euer Englisch ist. Ich habe mehrfach die Erfahrung gemacht, dass die Schotten sehr viel Zeit und Geduld haben einem zuzuhören und sich sehr bemühen einen zu verstehen. Man hat also einen gewissen Sprachbonus. Stellt euch aber darauf ein, dass ihr mit starken und sehr verschiedenen Akzenten umgehen müsst. Insgesamt sind die Schotten ein sehr aufgeschlossenes, geselliges, hilfsbereites Völkchen, das Fremde freundlich aufnimmt. Wenn ihr Leute kennen lernen wollt, sucht euch einen Verein und geht abends mal weg. Wenn man Leute kennen lernen will, bleibt man dort normalerweise nicht allein. Bedenkt aber, dass es im Regelfall ungefähr 3 Monate dauert, um sich einzugewöhnen. Überlegt euch also vorher, was eure Erwartungen sind und ob die sich innerhalb der Zeit die ihr habt, erfüllen lassen. Andere Länder, andere Sitten:Informiert euch über eventuelle Dresscodes, Verhaltenscodes etc.. In der Ewart Library in Dumfries gibt es einen Dresscode, keinen besonders strengen, aber Jeans und Turnschuhe sind dort nicht akzeptiert. Die Kleidung darf schon bequem sein, Anzug oder Kostümchen sind nicht nötig, das wäre schon etwas overdressed, aber bitte nicht zu freizeitmäßig. Nicht vergessen, Großbritannien hat andere Steckdosen. Geld:Britische bzw. Schottische Pfund. In Schottland wird natürlich beides angenommen. Angeblich werden schottische Pfund in England nicht immer angenommen, das kann ich aber nicht bestätigen, ich hatte niemals Schwierigkeiten. Und so häufig bekommt man die schottischen auch gar nicht. Meine Empfehlung: Nehmt euch für den Anfang genug Pfund mit, danach geht das meiste mit Karte. In Großbritannien gibt es häufig auch keine oder sehr geringe Mindestbeträge, um mit Karte zahlen zu können. Mit Mastercard Geld am Automaten zu ziehen ist meistens sehr teuer. Informiert euch also vorher bei eurer Bank, was für euch das günstigste ist. Du oder Sie?Generell hat man dieses Problem im englischsprachigen Raum ja nicht, aber redet man seine Kollegen jetzt mit Miss/Mrs/Mr Sowieso an oder mit dem Vornamen?
Achtet darauf, wie die Leute sich vorstellen oder wie sie Briefe oder Mails unterzeichnen.
Ich hatte immer etwas Hemmungen Vorgesetzte einfach so beim Vornamen zu nennen, noch dazu bei Vorgesetzten und Kollegen, die um einiges älter waren, doch das ist dort aber Gang und Gebe. Die Ewart Library ist ein reiner Duz-Verein.
Reisen:Bahn: Wenn ihr vorhabt zu reisen, kann ich nur dringend empfehlen: besorgt euch eine „Young Person Traveller’s Card“. Mit dieser Karte bekommen Personen bis 27 Jahre 30% Preisnachlass auf alle Bahntickets (Die Karte muss auch beim Reisen da-bei sein, da sie immer mal kontrolliert wird.). Diese Karte bekommt man für 20 Pfund an jeder Bahnstation (Foto nicht vergessen). Nach spätestens zwei bis drei Fahrten hat man diese 20 Pfund locker wieder drin, lohnt sich also wirklich. Bus: Nehmt immer Returntickets, auch wenn ihr noch nicht wisst, wann ihr zurück fahrt. Der Rückfahrtstermin muss vorher nicht festgelegt werden und es ist deutlich billiger ein Returnticket zu nehmen, als zwei einzelne. Flüge:Günstige Flüge gibt es entweder von Ryanair, oder von ehemals Brittish Airways Connect jetzt Flybe. Da Ryanair den Linienflug von Lübeck nach Prestwick eingestellt hat bin ich über Verbindungen mit Ryanair nicht auf dem Laufenden…Aber: wenn man ein Ryanair Ticket hat, bekommt man auf dem Weg, vom oder zum Flughafen mit der Bahn, vergünstigte Preise, wenn man beim Fahrkartenkauf darauf hinweist (das Ticket wird normalerweise als Beweis verlangt). Übrigens in Schottland macht es preislich keinen Unterschied, ob ihr eure Fahrkarte am Schalter oder erst in der Bahn kauft. Von Flybe gibt es einen direkten Flug von Hamburg nach Edinburgh. Von dort aus nach nach Dumfries eine direkte Busverbindung durch schöne Landschaft (2 ½ h), ansonsten Zugverbindungen nach Glasgow etc.. Hostels:
Eine billige Möglichkeit mal ein, zwei Nächte irgendwo zu übernachten sind Hostels. Unter folgender Adresse findet ihr eine sehr umfangreiche Liste von Hostels in Groß-britannien nach Regionen sortiert.
Tel.: 0044 1387 253820 Bahn-/Busverbindungen: ReiseplanernEine gute Adresse um sich Bus- und Bahnverbindungen zusammen zu stellen, für ganz Großbritannien und Irland nach Regionen, ist folgende: URL: http://www.travelline.co.uk/acatalog/Journeyline.html
Pass/Visum:Visum braucht ihr natürlich für Großbritannien keines, wenn ihr aber mehr als drei Monate dort bleibt, reicht der Personalausweis nicht aus. Dann braucht man einen Reisepass. von Dorothea Lemke |