Typen von Wortlisten Schlagwortlisten (Subject Headings) Synoymringe und Synonymlisten Normdateien (Authority Files) | Quellen zum Nachschlagen |
Typen von Wortlisten |
Wortlisten dienen dem schnellen inhaltlichen Zugriff auf Dokumente. Im Information Retrieval werden unterschiedliche Typen von Wortlisten eingesetzt:
Schlagwortlisten |
Schlagwortlisten (engl.: subject headings) sind alphabetisch geordnete kontrollierte Vokabulare, die nicht durch Begriffsbeziehungen, wie z.B. hierarchische Relationen, strukturiert sind. Manche Schlagwortlisten enthalten Verweisungen von Synonymen auf eine Vorzugsbenennung.
Beispiele
Synonymlisten und Synonymringe |
Synonymringe (engl.: synonym rings; im Deutschen hat sich die Bezeichnung "Synonymring" nicht eingebürgert. Das Konzept ist aber bekannt, z.B. entsprechen die "Synonymgruppen" im OpenThesaurus einem "Synonymring".) fassen synonyme Bezeichnungen zu einer Gruppe (Äquivalenzklasse) zusammen. Da bei Synonymringen kein Vorzugsterm für die Indexierung gewählt wird, finden diese kontrollierten Vokabulare überwiegend bei der Recherche Anwendung. Zwischen den Synonymen des Rings bestehen Äquivalenzrelationen, d.h. die Relationen sind symmetrisch, transitiv und reflexiv.
Grafische Darstellung
Beispiel
Als Synonymlisten werden häufig kontrollierte Vokabulare bezeichnet, die aus der Äquivalenzklasse eine Vorzugsbenennung wählen und von den Synonymen auf die Vorzugsbenennung verweisen.
Beispiel
Normdateien |
Normdateien (engl.: authority files) sind kontrollierte Vokabulare, die von dafür authorisierten Institutionen, wie z.B. Nationalbibliotheken, entwickelt werden. Primär dienen sie der formalen Festlegung und Disambiguierung von Schlagwörtern (der "Ansetzung", wie es im bibliothekarischen Zusammenhang heißt). Neben Sachschlagwörtern werden auch Individualbegriffe wie Personennamen, Körperschaftsnamen und geographische Bezeichnungen normiert. Normdateien werden überwiegend zur Beschlagwortung in Bibliotheken eingesetzt.
Die für den deutschen und österreichischen Raum geltenden Normdateien sind die Schlagwortnormdatei (SWD), die
Personannamendatei (PND) und die Gemeinsame Körperschaftsdatei (GKD) der Deutschen Bibliothek. Im angloamerikanischen Raum sind die
Library of Congress Authorities, z.B. die Library of Congress Subject Headings (LCSH), die gültigen Authority files.
Sowohl SWD als auch LCSH liegen Thesaurus-Strukturen zu Grunde. Damit gehen die Normdateien optional über einfache Schlagwortlisten hinaus. De facto sind semantische Relationen aber nur sporadisch ausgewiesen.
zu den Beispielen (Übersicht)
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